Wahlstationen im Ausland –
Erfahrungsbericht Brüssel

Interessierten Referendaren bieten wir an, dass sie ihre Wahlstation in einem unserer internationalen Büros absolvieren. Erfahrt hier, was Balthasar in Brüssel erlebt hat.


Wenn man Anwälte aus Spanien, Frankreich, Neuseeland, den USA, England, Australien und Schweden zu seinem direkten Kollegenkreis zählen will, ist man bei Linklaters in Brüssel richtig. Hier arbeiten junge Kartellrechtler aus ganz Europa und der Welt in einem Team zusammen, um Mandanten in länderübergreifenden Kartell- und Fusionsverfahren zu verteidigen.

Die Station in Brüssel war für mich die perfekte Mischung aus praktischer Erfahrung im Wettbewerbsrecht und dem Kennenlernen einer globalen Kanzlei. Inhaltlich konnte ich einiges lernen, insbesondere, dass Kartellrecht allerlei Rechtsgebiete betrifft: So richten sich Schadensersatzklagen aufgrund von Kartellrechtsverstößen nach nationalem Recht. Auch Themen wie Anscheinsbeweis, Verjährung und gesamtschuldnerische Haftung haben enorme praktische Bedeutung. Gleichzeitig kam ich in Kontakt mit dem eigentlichen Kartellrecht, auf deutscher wie europäischer Ebene. Preisabsprachen und Machtmissbrauch sind hier die Kernvergehen. Bei Linklaters in Brüssel kommt man mit all diesen Themen in Kontakt.

Mit etwas Glück gibt es sogar einen Ausflug zum EuGH. Im Rahmen eines von einem Partner geführten Falls hatte ich die Möglichkeit, an der Vorbereitung der mündlichen Verhandlung zur Anfechtung von Durchsuchungsbeschlüssen mitzuwirken. Höhepunkt war dann die aktive Teilnahme an der Verhandlung selbst, bei der wir den EuGH von der Rechtswidrigkeit des Vorgehens der Kommission überzeugen konnten.

Spannend war auch die Einbindung in internationale Fusionskontrollverfahren. Wann muss man im Studium oder Referendariat schon mal überprüfen, ob eine Fusion von globalen Unternehmen in Pakistan oder Uruguay anmeldepflichtig ist oder nicht? Wann hat man die Möglichkeit, die Strategie hierzu mit einem pakistanischen oder uruguayischen Anwalt abzustimmen?

Schließlich noch die Atmosphäre und der Brüsseler team spirit: Bei Linklaters Brüssel sitzt man als Referendar nicht in einem Hinterzimmer mit fünf anderen Referendaren in einem langweiligen Bürogebäude, sondern teilt sich das Büro mit einem Anwalt in einem pompösen, ehemaligen Bankgebäude. Gerade der direkte und freundschaftliche Kontakt zu jungen Anwälten hat meine Zeit in Brüssel spannend, kurzweilig und lehrreich gemacht. Im jungen Kollegenkreis trifft man sich auch nach der Arbeit. Spontane Karaoke-Abende oder die Halloween-Party mit anderen Anwälten sind tolle Erinnerungen. Brüssel selbst bietet neben „europäischem Spirit“ wunderbares Stadtleben mit französischem Charme. Jeden Donnerstag trifft sich die europäische Crowd beim Europäischen Parlament, um den Arbeitstag bei einem Bierchen ausklingen zu lassen. Viele Kneipen im Zentrum laden ein, auch die belgische Seite dieser schönen Stadt näher kennenzulernen.

Danke, Linklaters, für diese Erfahrung!

Balthasar

 

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