„Die Gespräche müssen offen und ehrlich sein.“
Judit Körmöczi


Counsel
Banking, Projekt- und Akquisitionsfinanzierung, Frankfurt am Main

So gelingt mir die Work-Life-Balance:

Ich arbeite Vollzeit und habe einen 18 Monate alten Sohn zu Hause. Natürlich möchte ich mit meinem Sohn so viel Freizeit wie möglich verbringen. Deshalb versuche ich unter der Woche abends gegen 18 Uhr das Büro zu verlassen, um noch ein bisschen Zeit mit meinem Sohn zu haben. Sollte beruflich noch etwas zu tun sein, kann ich dies dann auch noch von zu Hause erledigen. Natürlich gelingt das nicht immer, aber ich habe diese Flexibilität und das ist ein enormer Vorteil. Genauso habe ich diese Flexibilität bei wichtigen Terminen, wie Arztterminen oder Geburtstagen.

Mein Tipp an Nachwuchsjuristinnen:

Man sollte sich überlegen, welche Aktivitäten für einen selbst wichtig sind und diese in den Alltag genauso einplanen wie berufliche Termine. Wenn man den Tag gut organisiert, klappt es meistens auch mit der Work-Life-Balance.


Nachgefragt


Spannende Mandate, eine kollegiale Arbeitsatmosphäre und das Netzwerk Moms@Linklaters: Counsel Judit Körmöczi berichtet im Interview von ihrer Tätigkeit bei Linklaters.

Welche Herausforderungen erlebt man als Frau in der Kanzleiwelt?

Ich hatte vielleicht Glück, aber ich habe in meinem Berufsleben nie erlebt, dass ich als Frau andere Herausforderungen hatte als meine männlichen Kollegen. Natürlich muss man im Falle einer Schwangerschaft bzw. Elternzeit etwas mehr planen – Wie viel Auszeit will man sich nehmen? Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Wiedereinstieg? Wer versorgt mein Kind, wenn ich wieder arbeite? etc. – aber auch hier bietet Linklaters eine Reihe von Hilfestellungen an.

Welche Unterstützung bietet Linklaters Frauen bzw. Müttern an?

Für den beruflichen Werdegang bietet Linklaters z.B. das „Women‘s Leadership Programme“. Das ist ein Programm für Frauen, die schon etwas weiter in ihrer Karriere sind und sich auf den nächsten Schritt, Counsel oder Partner, vorbereiten wollen. Es ist ein sehr gutes Programm, in dem es auch kleine Coaching Groups gibt, in denen man sich austauschen kann.

Für Mütter bzw. schwangere Frauen bietet Linklaters z.B. das Moms@Linklaters-Portal an, in dem alle wichtigen Informationen zu Schwangerschaft, Mutterschutz, Elternzeit und Wiedereinstig zusammengefasst sind. Außerdem gibt es eine Kooperation mit dem pme Familienservice und den Notfall-Mamas, die eine schnelle Betreuung des Kindes im Notfall organisieren können. Ich selbst habe diese Angebote bereits in Anspruch genommen und war sehr überrascht, wie schnell und unkompliziert man eine Fachkraft zugeteilt oder andere Alternativen angeboten bekommt. Es gibt außerdem einen monatlichen Call, in dem sich Mütter in verschiedenen Phasen austauschen können.

Wie sieht der (familiäre) Alltag mit Linklaters als Arbeitgeber aus?

Linklaters bietet ein sehr gutes Arbeitsumfeld. Man kann den Alltag daher gut organisieren. Natürlich gibt es auch mal lange Tage oder Arbeit am Wochenende, aber dies kann man auch durch freie Tage kompensieren. Linklaters gibt einem auch die Möglichkeit, Home Office zu machen – das trägt natürlich auch zur Flexibilität im Arbeitsalltag bei.

Was bietet Linklaters, was andere nicht bieten?

Für mich war und ist die außergewöhnlich gute Arbeitsatmosphäre sehr wichtig, welche ich aus anderen Unternehmen so nicht kenne.

Warum macht es Spaß, für Linklaters zu arbeiten?

Linklaters bietet die Möglichkeit, mit spannenden internationalen Mandanten zusammenzuarbeiten und große internationale Mandate zu betreuen. Man hat oft die Möglichkeit, mit ausländischen Büros zusammenzuarbeiten und die Kollegen aus den anderen Büros kennenzulernen. Es gibt verschiedene interne Veranstaltungen, um sich auszutauschen. Man lernt viele interessante Menschen kennen und mit manchen Kollegen entwickeln sich auch richtige Freundschaften.

Warum sind Sie Mentorin geworden? Hatten Sie selbst eine Mentorin?

Ich habe lange Zeit mit einer Partnerin zusammengearbeitet, die auch meine Mentorin war. Ich fand es sehr hilfreich, mich mit ihr zu unterschiedlichen Themen – sowohl beruflich als auch privat – austauschen zu können. Diese Möglichkeit möchte ich auch jüngeren Kolleginnen und Kollegen anbieten.

Was ist Ihnen im Austausch mit weiblichen Nachwuchstalenten wichtig?

Die Gespräche müssen offen und ehrlich sein. Ich habe gemerkt, dass viele Frauen nicht immer dieselben Probleme haben und es deshalb wichtig ist, auf Probleme individuell einzugehen. Es geht in den Gesprächen aber nicht immer um Probleme, sondern auch einfach um Tipps und Tricks für den beruflichen Werdegang. Auch diesbezüglich muss man als Mentorin wissen, was das berufliche Ziel der jeweiligen Nachwuchstalente ist, um sie gezielt unterstützen zu können.

Welche persönlichen Erfahrungen als Frau in einer Wirtschaftskanzlei möchten Sie Nachwuchsjuristinnen mit auf den Weg geben?

Es ist wichtig, immer offen zu kommunizieren was man erreichen will und wie man seine berufliche Karriere gestalten möchte. Dann kann man auch schnell Personen finden, die einen bei dem eigenen Weg unterstützen.

Wie sieht Ihr Werdegang aus? Was ist besonders an ihm?


Ich bin seit 2007 im Banking Team und habe auch schon meine Anwaltsstation und Wahlstation bei Linklaters verbracht. Im Jahr 2010 bin ich Managing Associate geworden und seit Mai 2016 bin ich Counsel. Ein Teil meines Counselverfahrens habe ich während meiner Elternzeit absolviert, was zeigt, dass es auch in dieser Zeit möglich ist, seinen beruflichen Werdegang bei Linklaters weiterzuentwickeln, wenn man das möchte.

Was inspiriert Sie bei Ihrem Beruf als Anwältin?

Mich inspiriert vor allem die Zusammenarbeit mit vielen unterschiedlichen Menschen sowohl extern als auch intern. Die Mandate an denen ich arbeite, sind vielfältig und man lernt immer wieder etwas Neues.