„Beim Mentoring geht es um einen offenen Umgang, Selbstreflektion und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit.“
Dr. Jasmin Gütle


Counsel
Steuerrecht, München

So gelingt mir die Work-Life-Balance:

Ich vereinbare für mich selbst feste „non-negotiables“ (z.B. Wochenenden, Brückentage und Urlaube) und versuche, diese im Voraus durch Zeitmanagement, Staffing, Delegation und Effizienz zu planen, um dann Zeit für mich und Quality Time mit meiner Familie und meinen Freunden verbringen zu können.

Mein Tipp an Nachwuchsjuristinnen:

Hinterfragen Sie, was Ihnen am wichtigsten ist, welche Prioritäten Sie für sich definieren und verfolgen Sie Ihre selbst gesteckten Ziele und Prioritäten konsequent.


Nachgefragt


Counsel Jasmin Gütle berichtet von der spannenden Arbeit an internationalen Mandaten, wie sie als Mentorin junge Kolleginnen unterstützen möchte und von wem sie Unterstützung in ihrer beruflichen Karriere erfahren hat.

Welche Unterstützung bietet Linklaters Frauen (Müttern) an?

Ich selbst habe zu Beginn meiner Tätigkeit bei Linklaters in Teilzeit gearbeitet, mein Sohn war damals knapp 11 Jahre alt und ich fand diese Möglichkeit der Teilzeit super und habe all die Jahre durchweg sehr positive Erfahrungen mit meinem Leitpartner, meinem Team aber auch unseren Mandaten gemacht.
Neben Teilzeit ist aus meiner Sicht auch das Women’s Leadership Programme hervorzuheben, das sicherlich nochmal den Fokus auf die eigene Karriere bzw. Karriereoptionen schärft.

Wie sieht der (familiäre) Alltag mit Linklaters als Arbeitgeber aus?

Teilzeit funktionierte für mich und Linklaters sehr gut und zwar durch Flexibilität von beiden Seiten. Wir haben das sehr gut gelöst durch flexible Absprachen mit dem Partner und dem Team, und durch direkte und offene Kommunikation intern und extern.

Warum macht es Spaß, für Linklaters zu arbeiten?

Mir macht besonders die Internationalität Spaß und die großen, spannenden Mandate. Ich arbeite in einem tollen internationalen Team, das mir vielfältige Entfaltungsmöglichkeiten bietet.

Warum sind Sie Mentorin geworden? Hatten Sie selbst eine Mentorin?

Ich hatte im Zuge des Women’s Leadership Programme eine externe Mentorin und eine Sponsoring Partnerin, die beide meinen Blick auf die entscheidenden Themen geschärft haben und mich in der „spannenden Phase“ meiner Karriere perfekt unterstützt haben. Aus meiner Sicht ist die Erfahrung einer Mentorin und auch vielleicht etwas Abstand wesentlich, um eine junge Kollegin zu unterstützen. Daher würde ich sehr gerne meine Erfahrungen an meine jungen Kolleginnen weitergeben, insbesondere die Unterstützung, die ich selbst erfahren durfte.

Was ist Ihnen im Austausch mit weiblichen Nachwuchstalenten wichtig?

Ich finde insbesondere einen offenen Umgang miteinander wichtig. Dazu gehört Ehrlichkeit ebenso wie Selbstreflektion. Nur so ergibt sich eine vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Welche persönlichen Erfahrungen als Frau in einer Wirtschaftskanzlei möchten Sie Nachwuchsjuristinnen mit auf den Weg geben?

Never give up – Der Blick ist immer nach vorne gerichtet, nicht zurück.

Wie sieht Ihr Werdegang aus? Was ist besonders an ihm?

Das Besondere an meinem Werdegang ist, dass ich alle Stationen meiner beruflichen Karriere mit Kind bestritten habe. Zu Beginn meines BWL-Studiums bin ich schwanger geworden. Das Muttersein hat mich jedoch nicht davon abgehalten, mein Studium mit Prädikat abzuschließen. Nach meiner Promotion 2004 und meinem Steuerberater-Examen 2006, bin ich noch im selben Jahr bei Linklaters eingestiegen.