„Mentoring ist keine Einbahnstraße.“
Barbara Lauer

Partnerin
Kapitalmarktrecht, Strukturierte Finanzierungen, Frankfurt am Main

So gelingt mir die Work-Life-Balance:

Ich plane beide Teile in einem und schaffe mir feste Freiräume für andere Aktivitäten außerhalb des Arbeitsbereiches. Wegen der hohen Flexibilität unserer Arbeit – wir sind als Partner nun mal nicht an feste Arbeitszeiten gebunden – kann ich mir meinen Tag so einteilen, wie es für mich funktioniert, so dass neben den Mandaten und Mandanten auch Platz für andere Dinge ist.
 

Mein Tipp an Nachwuchsjuristinnen:

Machen Sie etwas, das Ihnen Spaß macht, Sie fordert und wo Sie – angesichts der spannenden Materie – gewillt sind, sich einzubringen. Wenn man einen Job gefunden hat, der einem Spaß macht, lassen sich die Kompromisse für eine entsprechende Balance zwischen Job und Privatleben aus meiner Sicht leichter finden.


Nachgefragt


Partnerin Barbara Lauer erzählt uns von ihrem Werdegang, wie sie zu ihrem eigenen Rollenverständnis gekommen ist und was Mentoring für sie persönlich bedeutet.

Welche Herausforderungen erlebt man als Frau in der Kanzleiwelt?

Es gibt möglicherweise nicht so viele weibliche Rollenvorbilder, wie in anderen Bereichen und man muss sich unter Umständen auch etwas mehr durchsetzen als in anderen Jobs – ich habe das aber nie als Nachteil verstanden, sondern den Vorteil darin gesehen, dass es mir die Freiheit gibt, mein eigenes Rollenmodell zu entwickeln und für mich selbst festzulegen, was ich in welcher Form umsetzen möchte.

Warum macht es Spaß, für Linklaters zu arbeiten?


Ich arbeite jeden Tag an hoch-komplexen, spannenden Mandaten, kann meine Sprachbegabung einsetzen und engagiere mich aber neben den fachlichen Dingen auch in anderen Bereichen wie Recruiting, Marketing oder Vermittlung von Know-how. Der Beruf der Großkanzleianwalts/-partners hat ganz viele Facetten und es ist – auch nach vielen Jahren – noch nie langweilig gewesen. Was ich am meisten schätze, sind aber das kollegiale Miteinander und die gemeinsame Arbeit an Projekten mit hochqualifizierten und motivierten Kollegen auf der ganzen Welt.

Warum sind Sie Mentorin geworden? Hatten Sie selbst eine Mentorin?

Ich hatte selbst keine Mentorin, finde es aber immer spannend, neue Leute zu treffen und mich auszutauschen. Mentoring ist keine Einbahnstraße, sondern man nimmt immer etwas für sich selbst an Erfahrungen mit und kann dazu lernen. Diese Chance sollte man aus meiner Sicht immer nutzen. Dazu kommt, dass ich es wichtig finde, Hilfestellungen oder Unterstützung anzubieten, wo dies Sinn macht, um der Einen oder Anderen den Weg zu erleichtern und etwaige Berührungsängste mit der Großkanzleiwelt abzubauen.

Wie sieht Ihr Werdegang aus? Was ist besonders an ihm?

Mein Werdegang ist insofern ungewöhnlich, als ich im Studium und Referendariat Strafrecht als Schwerpunkt gemacht habe und nur über Umwege – die Tätigkeit bei einer Anlegerkanzlei – zum Kapitalmarktrecht gekommen bin. Zudem wollte ich nie in eine Großkanzlei und habe dies immer kategorisch abgelehnt. Nachdem ich aber neben einer mittelständischen Kanzlei auch eine Rechtsabteilung von innen gesehen hatte und die Erfahrungen im Referendariat mir gezeigt haben, dass weder die Richterbank noch die Verwaltungspraxis „mein Ding“ waren, habe ich mich dann doch als junge Anwältin in die Großkanzlei gewagt. Ich war zu Beginn äußerst skeptisch, war aber innerhalb kürzester Zeit so begeistert, dass ich nunmehr seit über 11 Jahren bei Linklaters bin und es noch keinen Tag bereut habe.