„Frauen haben Talente, die Männer nicht haben.“
Ann-Catherine Hoffmann


Counsel
Gesellschaftsrecht/M&A, Private Equity, Frankfurt am Main

So gelingt mir die Work-Life-Balance:

Unser Arbeitsalltag ist in vielerlei Hinsicht flexibel: Ich arbeite zwar lieber aus dem Büro heraus, um in direktem Kontakt mit meinem Team zu stehen, aber es gibt durchaus auch Homeoffice-Phasen. Ruhige Phasen im Büro sollten dazu genutzt werden, dem eigenen Freizeitvergnügungen nachzugehen bzw. sich zu erholen und nicht „Zeiten abzusitzen“. Jeder Mitarbeiter – und ich zähle mich dazu – sollte in anstrengenden Projektphasen ein Recht auf private Termine haben, die ihm oder ihr wichtig sind und die man nicht verpassen möchte. Das Team muss sich entsprechend organisieren und die notwendige Rückendeckung geben.

Mein Tipp an Nachwuchsjuristinnen:

Sie können gar nicht früh genug anfangen, sich ein Netzwerk aufzubauen. Männer machen das ganz selbstverständlich und nebenbei, Frauen tun sich häufig etwas schwerer.

Das müssen Sie gar nicht: Networken ist auch das Kontakthalten zu ehemaligen Studienkollegen, oder ein Kaffee mit dem jüngeren Counterpart beim Mandanten, den man einfach nett findet. Seien Sie vor allem ehrlich zu Ihrem Gegenüber und authentisch. Nur so kann das langfristig von Erfolg sein.


Nachgefragt


Counsel Ann-Catherine Hoffmann erzählt, wie ihr ihre Mentorin weitergeholfen hat, und rät, dass Frauen sich auf ihre Talente besinnen.

Welche Herausforderung erlebt man als Frau in der Kanzleiwelt?
Die Kanzleiwelt ist immer noch sehr von Männern geprägt. Ähnlich verhält es sich in meinem Arbeitsbereich auf Mandantenseite. Davon sollte man sich nicht einschüchtern lassen, auch wenn der Tonfall manchmal etwas rauer wird. Vor allem haben Frauen auch Talente, die Männer nicht haben, beispielsweise häufig eine bessere Intuition. In Verhandlungssituationen bei uns im M&A kann das ein großer Vorteil sein. Nutzen Sie Ihre Talente. Zum Erfolg führt nicht nur ein Weg.

Warum macht es Spaß, für Linklaters zu arbeiten?
Wir arbeiten auf wahnsinnig hohem Niveau, sowohl juristisch als auch organisatorisch. Ich finde das unheimlich spannend und sehr befriedigend, den Mandanten echten Rat zu geben. Wir analysieren nicht nur die Rechtslage, sondern müssen sie in wirtschaftlich praktikablen Rechtsrat bzw. Handlungen übersetzen. Und das machen wir mit einem Team aus vielseitigen, humorvollen Kollegen, mit denen ich in der Regel auch außerhalb der Kanzlei gerne meine Freizeit verbringe.

Warum sind Sie Mentorin geworden?

Ich hatte eine „informelle“ Mentorin, eine ehemalige Mandantin, die mir viel beigebracht und ihr Netzwerk mit mir geteilt hat. Das hat mir unheimlich viel gebracht und ich möchte diese Erfahrungen gerne weitergeben und als Ansprechpartnerin für junge Nachwuchsjuristen mit ihren Fragen und Problemen da sein – denn meine Erfahrung ist: die wiederholen sich regelmäßig…