Karrierewege –
Mehr als nur ein Referendariat

Kerstin Wilhelm (Managing Associate/Dispute Resolution)

In Sachen Linklaters bin ich eine echte Wiederholungstäterin. Nach meinem Studium habe ich hier als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Corporate Praxis gearbeitet und später im Referendariat sowohl meine Anwalts- als auch Wahlstation absolviert. In dieser Zeit hat dann vieles einfach gut zusammengepasst:

Ich habe mich fachlich wie menschlich sehr wohlgefühlt; und auch von Seiten der Kanzlei gab es eindeutige Signale. Da habe ich mich für den Berufseinstieg gar nicht mehr woanders umgeschaut.

Nicht ganz unschuldig daran war sicher auch der einmonatige Aufenthalt in London. Der passte genau zu meiner juraspezifischen Fremdsprachenausbildung und hat mir sehr viel gebracht, da man neben der Sprache auch eine ganz andere Arbeitskultur und -mentalität kennenlernt. Natürlich kannte ich auch die vielen Vorurteile hinsichtlich der Arbeit in Großkanzleien – vor allem, was das Pensum und den Zeiteinsatz angeht. Und ja, wir arbeiten mit hohem Engagement – aber wie ich von vielen Freunden aus dem Studium weiß, wird bei der Staatsanwaltschaft oder bei Gericht ein ähnliches Pensum verlangt. Ich finde, man kann eine gute Balance finden. Was in Bezug auf Linklaters auf keinen Fall stimmt, ist der Mythos von dem hochkompetitiven Klima in einer Großkanzlei. In Wirklichkeit ist die Atmosphäre unter den Kollegen sehr angenehm und freundlich.

Als Berufseinsteiger ist man von Anfang an ins Team eingebunden. Man kann jederzeit jeden fragen und hat nicht das Gefühl, dass man sich durchkämpfen muss. So konnte ich mich von Anfang an auf meinen abwechslungsreichen Arbeitsalltag als Prozessanwältin konzentrieren. Was mich am Bereich Dispute Resolution besonders fasziniert? Ich befasse mich mit Jura im tiefsten Sinne und kann auf vielfältige Weise beratend tätig sein.


Kaan Gürer (Managing Associate/Antitrust)

Seit dem Jahr 2014 bin ich als Associate im Fachbereich Kartellrecht bei Linklaters tätig. Wie die meisten meiner Kolleginnen und Kollegen bei Linklaters konnte auch ich die Kanzlei bereits im Rahmen meiner Ausbildung kennenlernen.

Im Düsseldorfer Büro habe ich zwischen 2010 und 2012 fast zwei Jahre lang in Nebentätigkeit im Zwei-Wochen-Rhythmus gearbeitet und an meiner Dissertation geschrieben. Ich empfand diese Einteilung als sehr vorteilhaft, da ich mich dadurch immer zwei Wochen am Stück gänzlich auf meine Doktorarbeit konzentrieren konnte.

Es ist aber ebenso möglich, im Vier-Wochen-Rhythmus zu arbeiten oder jede Woche für zwei oder drei Tage zu kommen. Linklaters geht wirklich flexibel auf die Bedürfnisse der einzelnen wissenschaftlichen Mitarbeiter und Referendare ein.

Wenn man an der Bucerius Law School studiert, kommt man irgendwann ganz unweigerlich in Berührung mit der „Welt der Wirtschaftskanzleien“. Alle großen Namen der Branche sind hier allgegenwärtig – das beginnt bereits bei der Benennung der einzelnen Räume. Auf die Idee, eine Nebentätigkeit in einer Großkanzlei zu beginnen, kommt man dort daher recht leicht: Über eine Karrieremesse der Law School habe ich die ersten Kontakte zu Linklaters geknüpft. Am dortigen Stand der Kanzlei konnte ich mich über die Möglichkeiten für Studierende und Referendare informieren. Den Auftritt der Kanzlei habe ich von Beginn an als sehr angenehm und sympathisch empfunden.

Dieser Eindruck kann dann auch nicht so ganz falsch gewesen sein. Eigentlich wollte ich nur drei Monate lang in den Alltag einer Großkanzlei „reinschnuppern“ – jetzt bin ich, mit Unterbrechung, schon seit mehr als vier Jahren hier. Das liegt zum einen am Rheinland selbst, in dem ich mich – obwohl ein echtes Nordlicht – sehr schnell heimisch gefühlt habe. Zum anderen hat mir an Linklaters von Anfang an eine Sache besonders gut gefallen und mich beinahe ein wenig überrascht: Die Kollegen im Kartellrecht gehen viel lockerer und ungezwungener miteinander um, als ich es gedacht hätte. Das hat sich bis heute nicht geändert. Denn obwohl in einer sehr professionellen Atmosphäre und auf hohem Niveau gearbeitet wird, erwartet niemand, dass man bereits am ersten Tag druckfertige Aufsätze abliefert. Man wird Schritt für Schritt einbezogen und dabei immer als Teil des Teams ernst genommen und gefördert – dies gilt für alle Ebenen der Ausbildung.

Meine Aufgaben waren und sind sehr abwechslungsreich, da man sich im Kartellrecht häufig in ganz unterschiedliche Branchen einarbeiten muss. Meine erste Aufgabe als wissenschaftlicher Mitarbeiter bestand zum Beispiel darin, den Markt für Dialysegeräte in Bezug auf die Frage der Marktabgrenzung zu analysieren. So bekommt man neben der juristischen Arbeit auch Einblicke in verschiedene wirtschaftliche Themenwelten, was ich nach wie vor sehr spannend finde.

Nach den Erfahrungen in promotionsbegleitender Nebentätigkeit konnte ich mir also für den Berufseinstieg das Kartellrecht – und auch Linklaters – sehr gut vorstellen. Die Entscheidung, im Anschluss an das Referendariat und das zweite Staatsexamen an die „alte“ Wirkungsstätte zurückzukehren, war dann auch nicht mehr schwer.