Karrierewege –
Mehr als nur ein Referendariat


Kerstin Wilhelm (Managing Associate/Dispute Resolution)

In Sachen Linklaters bin ich eine echte Wiederholungstäterin. Nach meinem Studium habe ich hier als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Corporate Praxis gearbeitet und später im Referendariat sowohl meine Anwalts- als auch Wahlstation absolviert. In dieser Zeit hat dann vieles einfach gut zusammengepasst: Ich habe mich fachlich wie menschlich sehr wohlgefühlt; und auch von Seiten der Kanzlei gab es eindeutige Signale. Da habe ich mich für den Berufseinstieg gar nicht mehr woanders umgeschaut.

Nicht ganz unschuldig daran war sicher auch der einmonatige Aufenthalt in London. Der passte genau zu meiner juraspezifischen Fremdsprachenausbildung und hat mir sehr viel gebracht, da man neben der Sprache auch eine ganz andere Arbeitskultur und -mentalität kennenlernt. Natürlich kannte ich auch die vielen Vorurteile hinsichtlich der Arbeit in Großkanzleien – vor allem, was das Pensum und den Zeiteinsatz angeht. Und ja, wir arbeiten mit hohem Engagement – aber wie ich von vielen Freunden aus dem Studium weiß, wird bei der Staatsanwaltschaft oder bei Gericht ein ähnliches Pensum verlangt. Ich finde, man kann eine gute Balance finden. Was in Bezug auf Linklaters auf keinen Fall stimmt, ist der Mythos von dem hochkompetitiven Klima in einer Großkanzlei. In Wirklichkeit ist die Atmosphäre unter den Kollegen sehr angenehm und freundlich.

Als Berufseinsteiger ist man von Anfang an ins Team eingebunden. Man kann jederzeit jeden fragen und hat nicht das Gefühl, dass man sich durchkämpfen muss. So konnte ich mich von Anfang an auf meinen abwechslungsreichen Arbeitsalltag als Prozessanwältin konzentrieren. Was mich am Bereich Dispute Resolution besonders fasziniert? Ich befasse mich mit Jura im tiefsten Sinne und kann auf vielfältige Weise beratend tätig sein.


Mathias Bock (Managing Associate/Corporate)

Der eigentliche Grund, warum ich Jura studiert habe: TV-Anwalt Ben Matlock aus der gleichnamigen US-Fernsehserie, der mir als Kind unheimlich imponiert hat. Im Laufe der Jahre kam noch die ein oder andere Erwägung hinzu, die mich dann zu meiner Bewerbung an der Bucerius Law School (BLS) in Hamburg veranlasste; schließlich hatte diese gerade ihre Pforten geöffnet, als ich mit dem Abitur fertig wurde. An der BLS konnten wir dann ziemlich schnell in die Welt der Großkanzleien hineinschnuppern.

Schon nach drei Wochen Studium wurden wir von einer internationalen Sozietät zu einem Vortrag über eines ihrer großen Mandate eingeladen und sind anschließend mit den Anwälten essen gegangen – das war der erste Kontakt mit einer unbekannten, aber ziemlich beeindruckenden Welt.

Trotzdem habe ich Studium und Referendariat genutzt, um mir einen sehr breiten Überblick zu verschaffen. Vieles, wie beispielsweise die Richterstelle, hat mir großen Spaß gemacht. Am Ende war mir aber die Möglichkeit, international zu arbeiten, am wichtigsten. Für den Berufseinstieg habe ich mich bei fünf Kanzleien beworben und mich bei meiner Entscheidung letztlich voll auf mein Bauchgefühl verlassen. Mir war klar, dass überall viel gearbeitet wird – aber in einem Umfeld, in dem mir 100–120 Stunden in der Woche als heldenhafte Taten verkauft wurden, fühlte ich mich nicht wirklich gut aufgehoben. Linklaters wurde mir schließlich von einem Freund empfohlen, der hier sein erstes Praktikum absolviert hatte und auch Referendar war. Gleich in der ersten Gesprächsrunde empfand ich die Atmosphäre als angenehm und ungezwungen – wobei mir auch die teils hohe Arbeitsbelastung nicht verschwiegen wurde.

Mein erster Tag als M&A-Anwalt war dann Herausforderung pur: Bei einem riesigen Refinanzierungsmandat wurde ich direkt in ein Meeting mitgenommen, in dem Bankenvertreter und Gesellschafter inklusive ihrer Anwälte saßen – zusammen etwa 50 Personen. Obwohl ich glaube sehr gut Englisch zu sprechen, habe ich stundenlang kaum ein Wort verstanden. Das war am Ende aber nicht schlimm, da es von mir gar nicht erwartet wurde. Vielmehr sollte ich einfach mal auf Tuchfühlung gehen und einen Eindruck vom großen Ganzen bekommen. Danach wurde ich Schritt für Schritt an die Materie herangeführt. So lernte ich im Laufe der Monate viele verschiedene Themengebiete kennen. Mit der Zeit war ich – fast ohne es zu merken – in der Lage, voll bei großen Transaktionen mitzuarbeiten und dabei immer mehr Verantwortung zu übernehmen.


Thorsten Henze (Managing Associate/Corporate)

Was mich von Anfang an bei meinem Berufseinstieg bei Linklaters sehr beeindruckt hat, war und ist das gelebte Teamwork und die Open Door Policy: Schnell im Team integriert, haben die Partner und erfahreneren Kollegen großes Vertrauen in die fachlichen Fähigkeiten von uns jungen Anwälten. Auf der anderen Seite kann man bei Linklaters wirklich sicher sein, dass man als junger Jurist nie mit einer herausfordernden Aufgabe alleingelassen wird. Die Unterstützung durch die erfahrenen Kollegen und die Kanzlei selbst ist wirklich umfassend.

Hierzu gehört nicht nur, dass man jederzeit fragen und offen diskutieren kann, sondern auch eine Vielzahl an internen Weiterbildungsmaßnahmen, bei denen es neben fachlichen Themen insbesondere um die Vermittlung der nötigen Soft Skills und Management-Fähigkeiten geht.

Spätestens dabei lernt man auch die Kollegen von den anderen Standorten kennen, was sehr hilfreich ist, wenn man an standortübergreifenden Projekten arbeitet. Man hat sein Gegenüber dann bereits in Person getroffen und weiß, dass man sich auf ihn oder sie verlassen kann. Aus dem kollegialen Umgang werden gelegentlich sogar Freundschaften. Apropos: Viele setzen die Arbeit in einer Großkanzlei damit gleich, dass man sein Privatleben völlig aufgibt. Richtig ist zwar, dass man hier einen anspruchsvollen und herausfordernden Job hat und daher nicht erwarten kann, „nine-to-five“ zu arbeiten. Es ist aber auch nicht so, dass wir hier rund um die Uhr sitzen. Selbstverständlich kann es mal vorkommen, dass es abends später wird, wenn es ein Mandat erfordert. Aber sicher nicht, weil sich das für eine internationale Kanzlei so gehört.

Was ich bei uns in diesem Zusammenhang toll finde, ist der Zusammenhalt des Teams: Wenn bei einem von uns besonders viel Arbeit anfällt, dann wird das im Team aufgefangen; niemand wird alleingelassen – schließlich geht es darum, das Beste für den Mandanten herauszuholen und höchste Qualität zu liefern und nicht bloß Akkord zu arbeiten. Schon deswegen wird darauf geachtet, dass man einen Ausgleich zur Arbeit hat. Ich habe mir beispielsweise kürzlich einen langgehegten Wunsch erfüllt und im Urlaub meinen Segelschein gemacht. Obwohl bei uns gerade sehr viel zu tun war und man mich eigentlich in der Kanzlei hätte gut brauchen können, hat mich mein Partner in den Urlaub gehen lassen, und die Kollegen sind bei meinen Aufgaben eingesprungen. Diese kollegiale Stimmung, die Rücksichtnahme auf die anderen und das Eintreten füreinander prägt die Arbeitsatmosphäre nicht nur im Düsseldorfer Büro, sondern an allen Linklaters-Standorten besonders.


Kaan Gürer (Associate/Antitrust)

Seit dem Jahr 2014 bin ich als Associate im Fachbereich Kartellrecht bei Linklaters tätig. Wie die meisten meiner Kolleginnen und Kollegen bei Linklaters konnte auch ich die Kanzlei bereits im Rahmen meiner Ausbildung kennenlernen. Im Düsseldorfer Büro habe ich zwischen 2010 und 2012 fast zwei Jahre lang in Nebentätigkeit im Zwei-Wochen-Rhythmus gearbeitet und an meiner Dissertation geschrieben. Ich empfand diese Einteilung als sehr vorteilhaft, da ich mich dadurch immer zwei Wochen am Stück gänzlich auf meine Doktorarbeit konzentrieren konnte.

Es ist aber ebenso möglich, im Vier-Wochen-Rhythmus zu arbeiten oder jede Woche für zwei oder drei Tage zu kommen. Linklaters geht wirklich flexibel auf die Bedürfnisse der einzelnen wissenschaftlichen Mitarbeiter und Referendare ein.

Wenn man an der Bucerius Law School studiert, kommt man irgendwann ganz unweigerlich in Berührung mit der „Welt der Wirtschaftskanzleien“. Alle großen Namen der Branche sind hier allgegenwärtig – das beginnt bereits bei der Benennung der einzelnen Räume. Auf die Idee, eine Nebentätigkeit in einer Großkanzlei zu beginnen, kommt man dort daher recht leicht: Über eine Karrieremesse der Law School habe ich die ersten Kontakte zu Linklaters geknüpft. Am dortigen Stand der Kanzlei konnte ich mich über die Möglichkeiten für Studierende und Referendare informieren. Den Auftritt der Kanzlei habe ich von Beginn an als sehr angenehm und sympathisch empfunden.

Dieser Eindruck kann dann auch nicht so ganz falsch gewesen sein. Eigentlich wollte ich nur drei Monate lang in den Alltag einer Großkanzlei „reinschnuppern“ – jetzt bin ich, mit Unterbrechung, schon seit mehr als vier Jahren hier. Das liegt zum einen am Rheinland selbst, in dem ich mich – obwohl ein echtes Nordlicht – sehr schnell heimisch gefühlt habe. Zum anderen hat mir an Linklaters von Anfang an eine Sache besonders gut gefallen und mich beinahe ein wenig überrascht: Die Kollegen im Kartellrecht gehen viel lockerer und ungezwungener miteinander um, als ich es gedacht hätte. Das hat sich bis heute nicht geändert. Denn obwohl in einer sehr professionellen Atmosphäre und auf hohem Niveau gearbeitet wird, erwartet niemand, dass man bereits am ersten Tag druckfertige Aufsätze abliefert. Man wird Schritt für Schritt einbezogen und dabei immer als Teil des Teams ernst genommen und gefördert – dies gilt für alle Ebenen der Ausbildung.

Meine Aufgaben waren und sind sehr abwechslungsreich, da man sich im Kartellrecht häufig in ganz unterschiedliche Branchen einarbeiten muss. Meine erste Aufgabe als wissenschaftlicher Mitarbeiter bestand zum Beispiel darin, den Markt für Dialysegeräte in Bezug auf die Frage der Marktabgrenzung zu analysieren. So bekommt man neben der juristischen Arbeit auch Einblicke in verschiedene wirtschaftliche Themenwelten, was ich nach wie vor sehr spannend finde.

Nach den Erfahrungen in promotionsbegleitender Nebentätigkeit konnte ich mir also für den Berufseinstieg das Kartellrecht – und auch Linklaters – sehr gut vorstellen. Die Entscheidung, im Anschluss an das Referendariat und das zweite Staatsexamen an die „alte“ Wirkungsstätte zurückzukehren, war dann auch nicht mehr schwer.