Wahlstationen im Ausland –

Erfahrungsbericht New York

Interessierten Referendaren bieten wir an, dass sie ihre Wahlstation in einem unserer internationalen Büros absolvieren. Lest im nachfolgenden Bericht, wie Jakob seine Wahlstation in New York erlebt hat und klickt euch durch die Bildergalerie für Impressionen aus der Stadt und dem New Yorker Linklaters Büro.


Meine Wahlstation absolvierte ich in einer ganz besonderen Stadt: New York City. Bereits bei meinem ersten Besuch war ich fasziniert von der Lebendigkeit der Stadt, sodass mir die Wahl nicht schwerfiel. Da meine Wahlstation im Januar begann, entschied ich mich, bereits über die Weihnachtsfeiertage und Neujahr nach New York zu fliegen. Trotz der Größe der Stadt fühlte ich mich sofort wie zu Hause. Gewohnt habe ich in einem winzigen Appartment in East Village – einem der quirligsten Stadtteile Manhattans und nur 20 Minuten vom New Yorker Linklaters-Büro entfernt.

Das Linklaters-Büro befindet sich in Midtown, von dort sind es fünf Straßenblöcke zum Central Park und sogar nur einer zum Museum of Modern Art (MoMa) und der 5th Avenue. Aus dem Bürofenster hat man einen fantastischen Blick über Manhattan, von einigen Büros aus sogar auf den Central Park.

Die Kollegen dort sind sehr herzlich und haben mich sofort gut in das Corporate Team aufgenommen. Ich kann jedem, der nur für kurze Zeit Teil eines Teams ist, wärmstens empfehlen, sich von Anfang an aktiv einzubringen, um das meiste für sich herauszuholen. Von Tag eins an unterstützte ich meine New Yorker Kollegen im Tagesgeschäft und erlebte so hautnah, wie internationale Zusammenarbeit bei Linklaters aussieht. Zusammen mit meinen amerikanischen Kollegen und den Kollegen in Düsseldorf arbeitete ich an einem deutsch-amerikanischen Deal. Bei einem anderen Projekt erhielt ich spannende Einblicke in die Arbeit des Antitrust Teams bei einer internationalen Fusion von Unternehmen. Neben der Due Diligence wurde ich auch in Vertragsverhandlungen und Pitching-Prozesse eingebunden.

Kulturelle Unterschiede stellten für mich in der Zusammenarbeit mit meinem Team, und auch darüber hinaus, keine Probleme dar. Da New York sehr international und kulturell sowie religiös vielfältig ist, sind die New Yorker grundsätzlich respektvoll und tolerant gegenüber Unterschieden. Wahrscheinlich war das auch der Grund, warum ich mich schnell integriert und als Teil der Stadt fühlte. Auch durch die amerikanische Art, sich sofort und unabhängig von der beruflichen Funktion mit Vornamen anzusprechen, fühlte ich mich von Beginn an als ein Teil des New Yorker Linklaters-Teams. Ein wenig irreführend kann die Anrede mit Vornamen aber dann doch sein: Beim Schreiben von E-Mail beispielsweise sollte man stets darauf achten, dass die Nachricht trotzdem formell ist. Außerdem benutzen die Amerikaner weitaus mehr Höflichkeitsfloskeln, als wir es gewohnt sind. Zumindest ein „thank you“ oder „please“ sollte daher in jeder E-Mail stehen.

Die Möglichkeit, in einer Stadt wie New York zu leben und im Corporate Team der amerikanischen Linklaters-Niederlassung zu arbeiten, war für mich einzigartig. Neben den Einblicken in das amerikanische Corporate und Antitrust Law war meine Wahlstation für mich deshalb besonders lehrreich und faszinierend, weil ich persönlich miterlebt habe, wie die Teams von Linklaters auf der ganzen Welt verstreut, in Hong Kong und Warschau, über Frankfurt, London und Stockholm bis nach New York, professionell und immer mit den höchsten Ansprüchen für ihre Mandanten zusammenarbeiten.

Natürlich faszinierte mich auch das Leben in New York außerhalb der Kanzlei. Mit den unzähligen Museen, Galerien, Sportveranstaltungen, Restaurants, Theater, Opern, Konzerten und Clubs bietet New York ständig neue spannende Dinge, die zum Entdecken einladen. Ich habe wahrlich jede freie Minute genutzt, und die Zeit in der Stadt sehr genossen. Um es mit den Worten meines New Yorker Mentors zu sagen: „It's New York City! If you don't know what to do with your time here, you simply don't deserve to be here…“

Dass meine Zeit in New York überhaupt möglich war, verdanke ich vor allem der klasse Organisation der Linklaters-Büros in Berlin, Frankfurt und New York. Von dort bekam ich Unterstützung in allen formalen Belangen wie dem Visa-Antrag, Krankenversicherungsfragen und anderen Anträgen rund um die Referendariats-Wahlstation im Ausland. Ich möchte mich daher bei Linklaters für die Organisation meines Auslandsaufenthalts und bei meinen New Yorker Kollegen für das herzliche Willkommen (und den nicht weniger herzlichen Abschied) und die tolle Zeit zusammen bedanken.

Jakob



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