Tipps rund um den LL.M. –

Wir beantworten Ihre Fragen

Eine Pauschalempfehlung für einen bestimmten LL.M.-Studiengang lässt sich nicht geben, so dass im Folgenden zumindest einige Kriterien aus Sicht der ELSA aufgeschlüsselt werden, die bei der Suche nach dem bestgeeigneten Studiengang helfen sollen.

Brauche ich überhaupt einen LL.M.?

Das hängt stark vom zukünftigen Berufswunsch ab. Grundsätzlich gilt in Sachen Masterstudiengang: Je internationaler das angestrebte Arbeitsfeld, desto unverzichtbarer der Masterstudiengang. Nicht umsonst sagt man, dass ein Jahr im Ausland ungefähr so viel Bereicherung bringt wie zwei Jahre im Inland. Denn man vertieft nicht nur spezielle Fachkenntnisse, sondern schult sich interkulturell sowie sprachlich enorm und zeigt ein hohes Maß an Flexibilität und Engagement.

Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Der richtige Zeitpunkt für diesen Aufbaustudiengang hängt von der Art des vorher abgeschlossenen Grundstudiums ab. An einen Bachelorabschluss kann direkt angeknüpft werden. Beim Examensstudium gibt es zwei Zeitpunkte, die sich anbieten würden. So kommt das Studium zum einen im Anschluss an das erste oder das zweite Staatsexamen (z.B. in der Wartezeit zwischen erstem Examen und Antritt des Referendariats) infrage. Hier könnten insbesondere Studiengänge interessant sein, die ein Jahr dauern. Daneben ist es auch möglich, einen berufsbegleitenden LL.M. zu absolvieren. Über das nötige Maß an Selbstdisziplin und die erhöhte Belastung sollte man sich jedoch im Voraus klar sein.

In welchem Land?

Das hängt stark von den späteren Berufswünschen ab. Ein Master in Europa bietet sich an, wenn man später z.B. gerne für ein staatliches Institut mit europäischem Schwerpunkt arbeiten möchte. Bei großen Kanzleien ist ein im englischsprachigen Ausland erworbener Master gerngesehen, da man nicht nur sein Studium in englischer Sprache absolviert, sondern sich auch im Alltag in einem entsprechenden Umfeld bewegt. Ein Master in Deutschland kann lohnend und ausreichend sein, wenn internationale Kontakte und Mehrsprachigkeit in der beruflichen Zukunft nur eine Nebenrolle spielen.

An welcher Universität?

Eine weitere Frage, die sich stellt, ist die nach dem Renommee einer Universität. Auch hier gilt, den im Hinblick auf den späteren Berufswunsch am besten passenden Studiengang auszuwählen. So ist es vielen Unternehmen und Organisationen wichtig, dass der gewählte Studiengang möglichst gut zur Stelle passen sollte. Internationale Kanzleien hingegen achten neben dem passenden Master auch stark auf das Renommee der Universität. Hier spielen dann oft neben den Kosten auch die jeweiligen Studienvoraussetzungen eine Rolle. Einige Master sind nur für Absolventen des Staatsexamens zugänglich, andere erfordern das Vorhandensein einer bestimmten ECTS-Punktezahl oder spezifischer Sprach- oder Vorkenntnisse. Und natürlich sollte man sich in dem Studienort und unter den dortigen Gegebenheiten wohlfühlen, damit einem mit der Zeit nicht die Freude an dem Projekt verloren geht.

Was kostet mich ein LL.M.?

Die Kosten differieren je nach Studienort enorm. So können allein die Studiengebühren an US-Universitäten mit hohem Renommee wie Harvard, Stanford oder Berkeley leicht 50.000 US-Dollar betragen. In Fernost, z.B. in Singapur mit etwa 12.000 Euro, ist es deutlich günstiger. Aber auch in Europa gibt es unzählige Möglichkeiten, erheblich günstiger, aber nicht zwangsläufig schlechter zu studieren. Gerade in UK hat der LL.M. schon eine sehr lange Tradition und ist daher im dortigen Studiensystem fest verankert, was sich in staatlich regulierten „Standard-Studiengebühren“ niederschlägt, die zurzeit knapp 4.000 Pfund betragen. Hinzu kommen hier in der Regel noch spezielle Zusatzgebühren, die zwischen wenigen Hundert Euro und einigen Tausend Euro liegen können. Wer ganz auf Studiengebühren verzichten möchte, für den könnte Skandinavien infrage kommen. Dort sind die Lebenshaltungskosten wiederum extrem hoch, so dass Kosten für Lernmaterialien, Miete und das täglich Brot spürbar zu Buche schlagen können.

Wie finanzieren?

Es existieren sehr viele Arten von Stipendien, mit denen sich ein Masterstudium finanzieren lässt, wie z. B. die Programme vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD), der Studienstiftung des Deutschen Volkes sowie die politischer Stiftungen (u.a. Friedrich-Ebert-Stiftung, Konrad-Adenauer-Stiftung, Heinrich-Böll-Stiftung). Dazu kommen noch Stipendien der Rotary-Foundation und – speziell für die US-Studiengänge – die der Fulbright-Kommission. Zudem bieten Kanzleien Förderprogramme für Masterstudiengänge an. Daneben besitzt jede Universität in der Regel auch ein eigenes Stipendiensystem, für das man sich oftmals gleich parallel zur normalen Bewerbung auf einen Masterplatz mitbewirbt.

Wie hilft ELSA?

Die European Law Students' Association (ELSA) ist die weltgrößte Jurastudentenvereinigung und bietet mit ihrem international und akademisch ausgerichteten Programm eine perfekte Ergänzung zum Masterstudiengang. Durch die Präsenz vor Ort bietet der Verein die Möglichkeit, einen intensiven Einblick in die jeweilige Landeskultur zu erhalten und direkt Kontakt zu den anderen Studierenden aufzubauen. Die ELSA ermöglicht studienbegleitend die Vermittlung interkultureller Kompetenzen und Soft Skills, insbesondere im Rahmen des STEP (Student Trainee Exchange Program), das seit 26 Jahren ELSAnern die einmalige Möglichkeit bietet, europaweit bezahlte Praktika zu absolvieren. Gerade für Absolventen eines Masterstudiengangs ist dies eine gute Gelegenheit, an den Auslandsaufenthalt ein Praktikum anzuschließen und die neu gewonnenen Rechts- und Sprachkenntnisse in der Praxis anzuwenden und zu vertiefen. Dabei bildet gerade die Betreuung des Praktikanten vor Ort durch die lokale ELSA-Gruppe eine Besonderheit des Programms, die ihm seinen einmaligen Charme verleiht. Das Angebot umfasst Praktika im Zeitraum von zwei Wochen bis zu zwei Jahren und weist damit eine große Flexibilität auf, die eine individuelle Eingliederung in den jeweiligen Masterstudienplan ermöglicht. Den aktuellen Katalog mit verfügbaren Praktikumsplätzen sowie weitere Informationen finden Sie hier.